Bildungsausschusses der SPÖ
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Im Zuge der Kulturdebatte in der Sitzung des Wiener Gemeinderats am Freitag, den 21. Oktober, nutzte SPÖ-Gemeinderat und Kultursprecher Ernst Woller die Gelegenheit, die lange Liste an Erfolgen der Wiener Kulturpolitik zu präsentieren. "Ich denke, es ist angemessen, dass auch endlich über Kunst und Kultur gesprochen wird und nicht nur über haltlose Unterstellungen", so Woller. Dazu spannte er einen Bogen über die grandiose Aufführung der Barockoper "Serse" im Theater an der Wien, über das großartige Filmdebüt von Karl Markovics mit seinem Film "Atmen", zu den 100.000 Gratisbüchern von Mario Vargas Llosa, die diese Woche verteilt wurden, sowie den 1 Million verkauften Filmen von Georg Hoanzls Edition "Der österreichische Film".
Ein Erfolg sei für Woller auch das neue Museum des Roten Wien im Waschsalon des Karl-Marx-Hofes: "Einen Besuch kann ich auch der Opposition nur empfehlen, denn es ist eine Ausstellung zu einer wichtigen wohnungs- und sozialpolitischen sowie kulturhistorischen Epoche Wiens. Eine Ausstellung, die in der Fachwelt zu Recht bewundert wird." Besonders wies der Kultursprecher auch auf das neue Vorzeigeprojekt Wiens, Kunst im öffentlichen Raum (KÖR), hin, mit dem zeitgenössische Kunst Platz und Rezeption im öffentlichen Raum findet. "Die aktuellsten Projekte sind "Kunst zahlt Miete / Miete zahlt Kunst" im Karl-Wrba-Hof oder die Medieninstallation Pi am Karlsplatz vom kanadischen Künstler Ken Lum, das wohl meist beachtete und meist diskutierte Kunstwerk Wiens", führte der Gemeinderat weiter aus. Das Erfolgsprojekt KÖR werde kuratiert und umgesetzt von der Kunsthalle Wien, verantwortet durch Bettina Leidl und Gerald Matt.
Erfolgsstory Kunsthalle Wien
Besonders wies Ernst Woller auf die künstlerischen Erfolge und die internationale Reputation der Kunsthalle Wien hin und empfahl den Gemeinderäten von ÖVP und FPÖ, sich vielleicht erst einmal selbst die Ausstellungen anzusehen, bevor sie ihre Vorurteile weiter wiederholen. "Das internationale Medienecho ist eindeutig. Die Zeit, der Spiegel, Corriere della Sera oder die FAZ loben einhellig die künstlerische Qualität. Die New York Times bezeichnete die Kunsthalle gar als Mekka für zeitgenössische Kunst", so Woller. In der Tat fülle die Kunsthalle mit ihrer hervorragenden künstlerischen Performance eine große Lücke in der österreichischen Landschaft zeitgenössischer Kunst. Die Erfolge zeigen sich auch in den Zahlen: fast 170.000 Besucherinnen und Besucher - eine beachtliche Zahl, die auch vom Rechnungshof bestätigt wird - ein ausgesprochen junges Publikum (80 Prozent unter 40-Jährige) und zu 40 Prozent Touristen.
Auch die wirtschaftliche Performance könne sich sehen lassen. "Die Gesamteinnahmen konnten in 10 Jahren um 40 Prozent gesteigert und die Verwaltungskosten in den vergangenen fünf Jahren gesenkt werden. Mit 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, 52 Projekten und vielen großen Eigenproduktionen ist die Kunsthalle Wien eine Erfolgsstory", zählte der SP-Gemeinderat die Fakten auf.
Kampagne gegen die Kunsthalle durch frustrierte Einzelpersonen
Woller bedauerte, dass die Kunsthalle in den vergangenen Monaten mit einer Vielzahl unbewiesener Vorwürfe in der Öffentlichkeit thematisiert wurde. "Wir erleben derzeit eine unbeschreibliche Kampagne. Von einem ehemaligen, gekündigten Mitarbeiter der Kunsthalle Wien, mit engsten Journalistenkontakten sowie einem Oppositionspolitiker auf Bundesebene. Beide lancieren wiederholt dieselben Vorwürfe, die durch nichts belegt sind", kritisierte der Kultursprecher der Wiener SPÖ. Mehr noch: während der Ex-Mitarbeiter seine Kontakte nutze und u.a. über die Österreich-Ausgabe der "Die Zeit" Stimmung gegen die Kunsthalle mache, konzentriere sich der grüne Kultursprecher im Parlament vor allem auf Denunziantentum. "Es ist ein beispielloser Abstieg von Wolfgang Zinggl, einem vormals anerkannten Bundeskunstkurator zu einem gescheiterten und frustrierten Kulturpolitiker, der sich lieber zu kulturpolitischen Fragen melden sollte, als Vernaderung zu betreiben", kritisierte Woller.
Konsequente Prüfung aller Anschuldigungen
Gleichzeitig betonte Ernst Woller aber, dass alle Anschuldigungen gegen den Geschäftsführer der Kunsthalle Wien, Gerald Matt, konsequent geprüft werden müssen: weder von den Oppositionsparteien oder einer Wochenzeitschrift, sondern von den Kontrollorganen des Trägervereins, vom Kontrollamt der Stadt Wien und von der Staatsanwaltschaft. "Das ist bereits der Fall. Um aber noch schneller zu Ergebnissen kommen zu können, veranlasste der zuständige Stadtrat eine zusätzliche Überprüfung durch ein unabhängiges Wirtschaftstreuhänderbüro. Die ersten vorliegenden Ergebnisse zeigen klar, dass es keinerlei Verfehlungen des Geschäftsführers und in der
Führung des Vereins gegeben hat", so Woller.
Auch die neuen Anschuldigungen gegen Gerald Matt kommentierte der Gemeinderat, bezeichnete sie aber als gar nicht so neu: "Diese betreffen die Jahre 1998 bis 2005. Warum wurde hier 13 Jahre gewartet, um diese alten Vorwürfe jetzt neu aufzuwärmen? Nichtsdestotrotz werden auch diese gründlich geprüft." Angesichts der ÖVP-Kritik an der Konstruktion der Kunsthalle als unabhängiger Verein, verwies Ernst Woller darauf, dass diese Konstruktion auf den ehemaligen ÖVP-Kulturstadtrat Peter Marboe zurückgehe. "Wir arbeiten derzeit an einer Strukturreform, im Zuge derer wir auch über personelle Entscheidungen reden werden. Das Wichtigste ist uns aber, dass es keinen Einfluss der Politik auf die künstlerische Performance geben darf. Durch eine neue Struktur wollen wir eine raschere Information der Stadt und der Politik über die Verwendung öffentlicher Mittel gewährleisten."